Die Begeisterung für ein Land ist natürlich Einstellungssache.
Für ein Land, wie Albanien, braucht man Zeit, und darf nicht in kilometerfressenden Reisestress verfallen.
Die Teth ist sicher auch, wenn man zeitig genug von Shkoder wegfährt, an einem Tag zu bewältigen.
Aber was hast du dann davon? Die Schlucht der Kir ist schon mehrere Fotostops wert. Dann von Sosh zur Shale runter, dann das Tal rauf nach Theth. Wir wollten gar nicht in Theth übernachten, da wir einen herrlichen Platz neben dem Fluss fanden.
Zeltlager, Lagerfeuer, Natur geniessen. Wie aus dem Nichts tauchten dann zwei junge Burschen mit Ziegen auf. Verständigung mit Händen und Füssen. Einer der Hirtenjungen hat ein Handy, spielt uns ganz stolz darauf den Song ,,This time for Africa, Waka, Waka" von Shakira vor. Allgemeine Begeisterung.
Das sind halt die Erlebnisse die im Kopf für immer hängen bleiben.
Oder vom Drintal, die Piste zum Lures NP. Die Reise Know How Karte, totaler Bull-Shit, die Beschreibung der Route im Albanien Reise-Handbuch von Volker Grundmann höchstens eine Märchenerzählstory.
Captain fragt einen Taxler im alten T2 Mercedes-Bus nach dem Weg. Der Typ sagt finito. Wir glauben, die Piste ist hier zu Ende, suchen einen anderen Weg. Fahren zig-mal Hin und Her. Die Leute im Dorf Qafa-Mure denken, dass die Motorradtouris schon ganz verrückt sind, da sie schon drei Mal durch ihr Dorf preschen. Schließlich landen wir auf einer kargen Wiese wo Hirten Kühe weiden. Sie zeigen uns von einer Anhöhe aus, wo der Weg verläuft. Schließlich landen wir wieder auf der Stelle, wo wir den Taxler gefragt haben. Von dieser Stelle aus nicht sichtbar verläuft die Piste hinter einem Hang weiter auf den Oafa Murres Pass hinauf.

Der Taxler hat es wohl so verstanden, dass sich Captain mit seinem Motorrad über den Pass führen lassen will. Und er wollte nicht die Sitzbänke ausbauen. Deshalb hat er finito gesagt, so als sei er mit der Arbeit fertig.
Hat uns gut zwei Stunden gekostet, aber wurst, es war den Spaß wert.
Das sind nur zwei Erlebnisse, die wir in Albanien hatten.
Albanien ist ein Land, dass im letzten Jahrzehnt vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert katapultiert wurde. Da funktioniert natürlich nicht alles so, wie es sich Mitteleuropäer vorstellen, oder wie sie es den Albanern mit erhobenem Zeigefinger gerne zeigen würden.

Wirf deinen Müll nicht unachtsam weg
ENDE
Für mich sind die Albaner ein Volk von ,,sicher großteils" netten, neugierigen und mitteilsamen Menschen.
Wenn man nach MNE (CG) kommt ist es schon wie ,,back to normal civilisation". sehr schöne und großteils saubere Landschaften, aber leider auch schon zuviele Asphaltstrassen.
Und natürlich wesentlich teurer als Albanien, denn die haben schon gelernt von den Touris abzukassieren. >>NP-Durchfahrtsgebühr, dafür hast halt dann saubere Landschaft.
Gruß vom Spezi, dem Albanien besser gefallen hat.